Animismus: Der Bärenkult

Der Bär ist ein starkes, mächtiges und bisweilen auch furchteinflößendes Tier. Er personifiziert Schönheit und Wildheit. Von vielen, vielen Völkern wurde er geachtet, angebetet und ihm wurden spirituelle, mächtige Eigenschaften zugesprochen. Germanische Stämme sahen in ihm das höchste, vollendete und mächtigste Tier, denn er galt als besonders mutig und stark. Auch sie glaubten, dass besonders starke Männer, welche im Kampf und Wehr gestorben sind, als Bär wiedergeboren werden.
Die Bärenklaue galt als besonderes Anhängsel, wer es trug, dem war die ganze Kraft und Stärke des Bärengeistes sicher.

Ja, den Bär findet man in unterschiedlichsten Mythen, Erzählungen und Geschichten. Keltische Stämme opferten der Bärengöttin Artio und auch bei den Griechen gab es die Herrin der Wildnis Artemis, einer Bärengöttin. Doch ist der Kult um den Bär älter. Wir finden seine Wurzeln in der Steinzeit wieder, bei den Indogermanischen Jäger und Sammler Kulturen, welcher später zu sesshaften Bauernvölker wurden. Die Indogermanen praktzierten einen Animismus. Jedes Tier und auch jede Pflanze hat eine Seele, ein spirituelles Wesen inne. Bei den Indern nennt man diese Essenz auch “Deva”. Jede Pflanze hat solch eine “Deva”. Als Totem wurde er verehrt und wer ihn bezwang, war als starker Mann herangewachsen und initiert. Diese archaischen Schamanenkulturen sind alt, bisweilen sehr komplex und vorallem nicht “primitiv”, wie es viele glauben. Die Germanischen & Keltischen Stämme sahen in ihm auch ein Fruchtbarkeitssymbol.

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Bei den Neandertalern gab es viele Riten, Tradition und eine Sagenumwobene Geisterwelt. Bei der Grotte de Bruniquel in Frankreich gab es einen interessanten Fund. Man fand mehr als 80 Bärenschlafplätze und eine grosse Feuerstelle mit angebrannten Bärenknochen. Es gibt einige, archäologische Belege für eine Art Bärentotem im steinzeitlichen Europa. Im Bihor-Gebirge in Westrumänien fand man zahlreiche Bärenschädel, welche von Menschenhand angeordnet niedergelegt worden sind. In der nordischen Mythologie wurden Begleitgeister meist als Tier, als eine Art Krafttier, dargestellt.

Wir kennen dies von Odin’s Raben und Wölfen, aber auch der Bär und das Pferd hatte hier seine Bedeutung. Der skandinavische Männername Björn leitet sich aus dem altnordischen ab und hat einen direkten Bezug zum Bär. In den skandinavischen Sagenwelten steht der Bär in Relation zu den Berserkern, und auch hier wieder mit einer Betonung auf die starke Kraft dieses wilden Tieres. Und auch in Sibirien kennt und verehrt man den Bär, ihm gilt eine besondere Kraft. Sowohl die Inuit, Nivkh als auch viele andere Nordamerikanische Stämme sehen in dem Bären ein Totem und Krafttier, er gilt als Ahne des Menschen und oftmals auch als weiser Lehrer.

Bild

Grotte de Bruniquel, Frankreich

Culturebox.fr

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