Märchenforschung

In der Märchenforschung gibt es neuerdings genauere Zahlen, wie alt sogenannte Volksmärchen sein dürften. Überall in Europa gibt es ähnliche Märchen und Erzählungen, sie werden meist nach wie vor von der Bevölkerung auf dem Land bewahrt und weiter erzählt. Sagen- und Mythen sind wichtig und geben uns symbolische Eindrücke in das Weltbild der frühen europäischen Völker. Wir alle kennen die bekannten Märchen wie Rumpelstilzchen, Schneewittchen und dergleichen. Man muss diese Erzählungen im Kontext verstehen, um die Symbolismen besser deuten zu können. Das ist wichtig.

Eine Mär ist eine Botschaft in welcher sich die Menschen ausdrücken konnten, um das Leben und ihre Beziehung zur Natur und anderen Menschen besser verarbeiten zu können. Es ist heutzutage nicht einfach, wenn man herausfinden will, wie alt Märchen und Sagen wirklich sein können. Hierzu gibt es die Studie “Comperative phylogenetic analyses uncover the ancient roots of Indo-European folktales”. Nun, die meisten Märchen wurden im 17. und im 18. Jahrhundert in Wort und Schrift festgehalten. Durch spezielle Analysen kam diese Studie zu dem Entschluss, dass das Märchen “Der Schmied und der Teufel” bereits schon in der Bronzezeit, vor circa 6 000 Jahren, bekannt gewesen sein muss. Im weiteren Vergleich sind “Die Schöne und das Biest” als auch “Rumpelstilzchen” in etwa 4 000 Jahre alt.

Wilhelm Grimm war unter anderem der Ansicht, dass es bei den Märchen sich um uralte Erzählungen handeln müsse, welche ihren Ursprung in der indoeuropäischen Sprachfamilie, also circa 4 000 v. Christ, haben. Die Universität in Lissabon halt also festgestellt, dass Herr Grimm Recht behielt. Märchen sind alte Erzählungen, welche bereits schon lange vor ihrer Verschriftlichung existiert haben.
In den Sagen- und Mythenwelten finden sich alte Symbole und Mythen wieder. Bei Frau Holle handelt es sich zum Beispiel um sich eine alte Erzählung. Sie ist ein alter Archetyp, welcher mythologisch gesehen Verbindungen zur Holda (Berchta) hat. Und sie wiederum hat einige Aspekte der nordischen Hel, Göttin der Unterwelt, einer Dimension der Transformation. Es handelt sich hierbei nicht um eine Hölle, sondern um einen dunklen Ort der Transformation. In ihrer Dunkelheit findet sich der Keim neuen Lebens. Im Winter findet ist ihre Essenz am wirksamsten, siehe 21. Dezember, die Rauhnächte bis zum Januar. Es gibt viele Verbindungen, welche man deuten muss und auch hier kommt man zu der Erkenntnis, dass die Menschen früher eine innige Beziehung zu den Kräften der Natur gehabt haben. Viele Sagen sind Indogermanisches Erbe und viel älter als es die jüngste Forschung bisher annahm.

In ihrer Erzählungswelt finden wir Symbole und Erzählungsarten, wie sie auch von Schamanen auf der gesamten Welt benutzt werden, um menschliche Zustände und Erfahrungen greifbar werden zu lassen.

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